Zeit zum Tanzen, Nr. 49

30. August 2010

Ein Podcast, zwei Episoden, zwei Themen, zwei tolle Studenten.

Eigenlob stinkt, aber es ist mein Blog, daher kann ich es einfach machen. Die erste Ausgabe des Podcasts von Christina und mir. dreht sich um das Thema “Spenden”.

Am Anfang sind Leute befragt worden, die vorher bereits von den netten Menschen am Stand von SOS Kinderdörfer angesprochen wurden, darauf jedoch nicht reagierten bzw. bewusst wegschauten. Wir hatten uns dazu ca. 50 Meter hinter dem Stand platziert, damit wir sehen konnten welche Leute wir ansprechen mussten. Nachher wurden dann noch zufällig ausgewählte Leute dazu befragt, wie sie allgemein zum Thema “Spenden” stehen. Es hört sich manchmal ein bisschen komisch an, was daran liegt, dass man den Leuten hinterher rennen und ihnen das Mikro einfach direkt ins Gesicht halten musste. Sonst hätten wir nicht eine Antwort bekommen. Es war ein großer Spaß, den wir ohne die “netten” Interviewpartner nicht gehabt hätten. Die ganze Sache war natürlich mit dem Team am Stand von SOS Kinderdörfer abgesprochen. Danke daher auch an euch!

In der zweiten Episode haben wir uns mit dem Thema soziale Medien, auf neudeutsch auch Social Media genannt, beschäftigt. Angeblich werden diese Medien ja immer wichtiger in unserem Alltag. Wir wollten erstmal wissen, was die Leute überhaupt mit dem Begriff Social Media anfangen können. Wir haben dazu Personen jeder Altersgruppe befragt. Das Fazit bleibt diesmal euch selbst überlassen.

25. August 2010

24. August 2010

Kurzkurzgeschichte I

“Ich ertrage es nicht mehr! Es reicht!” Sie knallt den Hörer aufs Telefon. Sie sieht sich selbst im Spiegel. Es reicht. Kotzen. “Was mach ich jetzt nur? Was tu ich jetzt?” Ratlosigkeit. Sie kocht etwas zu essen. Sie trinkt einen Martini, gerührt, nicht geschüttelt. Sie geht zum Plattenspieler. Bob Dylan. “Verdammt!” Dann öffnet sie das Fenster und springt.  Der Teller und das Besteck sind noch sauber.

23. August 2010

Christoph Schlingensief

✼ 24. Oktober 1960

✝  21. August 2010

“In der Nacht herrschen einfach ein anderer Sound und eine andere Energie. Spirituell gesprochen, gibt es weniger Schwingungen und weniger Theater, es ist ruhiger, das Telefon klingelt nicht. Und psychisch gesprochen fällt es mir leichter, meinen Gedanken freien Lauf zu lassen, wenn ich weiß, dass die Menschen um mich herum pennen. Es war immer ein sehr befreiender Augeblick, nachts zu realisieren: Endlich Ruhe, keiner um mich herum, ich kann loslegen.” Christoph Schlingensief

(Interview mit der Spex 2010)
23. August 2010

Keine Lust mehr auf Schreibtische

Da ich keine Lust mehr habe am Schreibtisch zu sitzen, habe ich mir kurzerhand einen Stehtisch ins Zimmer gestellt. Wenn man sonst nur sitzt, arbeitet es sich im Stehen wirklich angenehm. Es ist ein ganz anderes Gefühl. Dank der Wandhalterung lässt sich mein Bildschirm auch vernünftig nach oben neigen. Volle Stehtischempfehlung gibt es daher von mir.

19. August 2010

WDR 5 – Ein Lichtblick am Radiohimmel

Hat man einen Musikgeschmack der so speziell ist, dass er über MischMasch hinaus geht, hat man radiotechnisch hier in Nordrhein-Westfalen verloren. Hier mal ein kurzer Überblick über die Radiowelt in NRW:

einslive – Das ist der Sender für junge Menschen mit MischMasch-Musikgeschmack. Hier gibt es für jeden etwas. Pop, Rock, Hip-Hop, da legt man sich nicht fest.

WDR 2 – Der Sender für Leute mit MischMasch-Musikgeschmack mittleren Alters. Von Oldies bis moderner Musik wird hier alles gespielt, was für die Allgemeinheit erträglich ist.

WDR 3 – Kenne ich ehrlich gesagt nicht so im Detail. Im großen und ganzen wird allerdings viel Klassik gespielt. Der einzige Sender also mit ernsthafter Stilrichung. Aber es ist nunmal Klassik.

WDR 4 – Das ist der Sender für alle Leute mit MischMasch-Musikgeschmack, die (vorsichtig ausgedrückt), schon etwas älter sind. Schlager, Volksmusik, Operetten sind an der Tagesordnung. Nachts gibts auch typische Partyhits.

RadioNRW – Unter diesen Begriff fallen die 46 Lokalradios in NRW. Die Lokalradios spielen MischMasch-Musik für Leute jeden Alters, nur dass sich die Lieder gefühlt alle zwei bis drei Stunden wiederholen. Wer es mag…

Kommen wir nun also zu meinem (für mich) neuen persönlichen Lichtblick am westfälischen Radiohimmel:

WDR 5

Auf WDR 5 wird kaum Musik gespielt. Der Sender gehört zum Typ des Informationsradios. Mich stört das nicht. Bevor ich schlechte Musik hören muss, höre ich doch lieber gar keine. Wenn mal ein Musikstück läuft, es ist etwas in Richtung Jazz oder dem jeweiligen Thema (über das gerade gesprochen wird) Angepasstes. Aber der Wortanteil ist eben dominierend. Die Nachrichten sind ausführlich, es gibt viele Interviews, Potraits, Reportagen, Sendungen für Kinder, Rezensionen, Kommentare, Hörspiele, etc. Die Vielfalt ist wirklich gewaltig. Die Themen sind mal mehr und mal weniger spannend. In der letzten Woche ging es aus aktuellem Anlass viel um Datenschutz und Google Street View und das Internet allgemein. Mir geht es so, dass ich auch bei offensichtlich nicht so spannenden Sendungen, kein Problem damit habe zuzuhören. Aber das wird vielleicht anders, wenn ich den Sender erstmal etwas öfter gehört habe.

Gesamtfazit: Wer schlechte Musik vermeiden, und sich vielleicht auch noch ein bisschen bilden möchte, dem sei WDR 5 ans Herz gelegt.

18. August 2010

Muriel Barbery – Die Eleganz des Igels

“Die Eleganz des Igels” von Muriel Barbery ist ab sofort mein neues Lieblingsbuch. Nie zuvor habe ich etwas faszinierenderes gelesen. Bei Amazon hätte ich es wohl nicht gekauft. Die Rezensionen sind sehr unterschiedlich. Viele sind begeistert, nahezu ebenso viele geben dem Buch nur ein oder zwei Sterne. Das ist verständlich. Das Buch ist sicherlich nicht für jeden etwas. Die Handlung ist nicht sonderlich spannend, es passiert überhaupt sehr wenig im gesamten Buch. Und doch habe ich es verschlungen. Vielen ist das Buch zu philosophisch, die Sprache zu gestelzt, zu hochgestochen und künstlich. Doch genau das ist es, was ich an dem Buch so wunderbar finde. Normalerweise bin ich kein Fan von verschlungener Sprache und langen Sätzen. Doch bei diesem Buch war es anders. Ich habe die teilweise wirklich nicht enden wollenden Sätze geliebt. Die Sprache lässt sich schlecht beschreiben. Ich fand sie einfach unglaublich schön, wobei das glaube ich noch untertrieben wäre. Noch nie habe ich in einem Buch Abschnitte mehrmals hintereinander gelesen, weil ich die Sprache noch nie so ausgefeilt, so präzise, so wundervoll formuliert fand wie in “Die Eleganz des Igels”. Es ist wirklich ein “a-ha-Erlebnis” gewesen. Da sich das alles so schwer in Worte fassen lässt, zitiere ich einfach eine der, meiner Meinung nach, schönsten Stellen im Buch. Ich halte sie auch für stellvertretend für die im gesamten Buch verwendete Sprache. Wer damit nichts anfangen kann, lässt die Finger von dem Buch, wen diese Sätze genau so bewegen wir mich (ja es hört sich wirklich komisch/bescheuert an aber es war so), der sollte es unbedingt lesen.

“Die Teezeremonie, diese präzise Erneuerung der gleichen Handgriffe und des gleichen genußvollen Kostens, dieser Zugang zu einfachen, authentischen und raffinierten Empfindungen, diese einem jedem gegebene Freiheit, für wenig Geld ein Aristokrat des Geschmacks zu werden – denn der Tee ist genauso das Getränk der Reichen wie das der Armen -. die Teezeremonie also hat die außergewöhnliche Macht, in die Absurdität unserer Leben eine Lichtung aus beschaulicher Harmonie zu zaubern. Ja, die Welt ist auf die Leere ausgerichtet, die verlorenen Seelen beweinen die Schönheit, die Bedeutungslosigkeit kreist uns ein. Trinken wir also eine Tasse Tee. Stille tritt ein, man hört den Wind draußen blasen, die Herbstblätter rascheln und fliegen davon, die Katze schläft in einem warmen Licht. Und in jedem Schluck verklärt sich die Zeit.”

Schon kitschig. Aber irgendwie Wahnsinn.

3. August 2010

Loveparade 2010 in Duisburg, was bleibt

ist das Erschrecken und die Trauer,

hervorgerufen durch die Massenpanik. Obwohl ich zum Glück nicht direkt dabei war, bringt es einen völlig aus der Fassung. Man hätte ja auch selbst zu dem Zeitpunkt im Eingangsbereich stehen können. Die glückliche Entscheidung mit dem Auto anzureisen, sorgte dafür dass Franzi und ich schon deutlich vor Beginn der Parade am Gelände ankamen. Bereits um 12 Uhr mussten wir jedoch schon über eine Stunde anstehen. Zu dem Zeitpunkt dachten wir schon daran, was wohl auf die Menschen zukommt, die erst zur Abschlusskundgebung auf das Gelände wollen. Was dort letztendlich passierte hat jedoch niemand geahnt. Die schönen Stunden die wir mit Tanzen und Feiern während der Parade und zu Beginn der Abschlusskundgebung verbrachten können den Gesamteindruck kaum erhellen.

Loveparade 2010 in Duisburg, was bleibt, ist das Erschrecken und die Trauer.

Mein tiefstes Mitgefühl gilt allen Angehörigen, Freunden, Bekannten und sonstigen Betroffenen der Massenpanik bei der Loveparade am 24.07.2010 in Duisburg. Beschissenes Ende einer Veranstaltung, die normalerweise unter dem Motto von Love Peace & Harmony steht.

Loveparade

✼ 1989

✝  2010

R. I. P.

25. Juli 2010

Photonews – Zeitung für Fotografie. 5 Sterne.

Die Überschrift sagt im Prinzip schon genau aus, worum es in diesem Blogpost gehen soll. PHOTONEWS – Zeitung für Fotografie halte ich für das beste Print-Produkt zum Thema Fotografie. Die Gründe dafür sind meiner Meinung nach mehr als offensichtlich. Erstmal finde ich die Größe genial. Fast DIN A3 aber eben doch nicht ganz. So lässt sich wirklich mit Fotos arbeiten. Sie kommen ganz anders zur Geltung als in anderen Zeitschriften. Dabei bleibt das Magazin so dünn, dass man sie trotzdem in jede Tasche bekommt. Zur Not wird sie eben gerollt. Des weiteren kostet sie nur 3 Euro, was ich heutzutage für ein wahres Zeitschriftenschnäppchen halte. (Ok die Photonews bezeichnet sich zwar selbst als Zeitung aber durch das monatliche Erscheinen ists für mich eben doch eher eine Zeitschrift.)

Doch auch inhaltlich kann das Blatt absolut überzeugen. Es hebt sich durch einen Aspekt nämlich DEUTLICH von anderen Fotozeitschriften ab. Es geht um Fotos. Hääh ist doch normal denkt ihr? Nein ist es nicht denn in fast allen Zeitschriften (bis auf die Fotocommunity-Plus) geht es vor allem um Technik. Hier die neuen Kameras, da nochmal drei Tests, was ist billig, was ist teuer, was ist gut, was ist schlecht. Zubehör wie Stative, Software werden dem Kunden präsentiert. Doch was soll ich damit? Die Zeitschriften kommen mir oft wie Anzeigenblätter vor. Man will mir etwas verkaufen. Ich habe eine Kamera und ich habe ein Objektiv. Ist mein Hobby Fotografieren oder gehts mir darum ständig neuen Kram zu kaufen? Was soll ich mit den Infos über neue Kameras wenn ich eine hab und meine super funktioniert?

Ich suche vor allem neue Inspiration, Anregungen, Input. Ich schau mir gerne interessante Fotos an und interessiere mich auch für die Geschichten hinter den Fotos. Genau das bietet Photonews: Fotografien und ihre Geschichten. In der Titelstory der aktuellen Ausgabe geht es um die Diplom-Abschlussarbeit von Nadine Preis von der Fachhochschule Dortmund: “Alleine Vereint”. Neben weiteren Fotogeschichten wird über neue Bücher berichtet, aktuelle Ausstellungen, Wettbewerbe & Stipendien. Die kompletten Techniknews sind auf eine Seite zusammengestrichen und die Anzeigen integrieren sich in die Seiten als gehörten sie dazu – wenig aufdringlich das Ganze. Eine tolle “Zeitung für Fotografie” eben. 5 von 5 Sterne.

17. Juli 2010