Lange nichts, doch wenn dann richtig

Mein letzter Post liegt nun schon einige Zeit zurück. Fast jeden Tag nehme ich mir vor, endlich mal wieder was zu schreiben, doch ich bekomme es derzeit einfach nicht auf die Kette. Klausuren, Businessplan und ein Vortrag haben sich in meinem Hinterkopf eingenistet und eine satanische Stimme flüstert mir jeden Tag: “Hör auf dich abzulenken, konzentrier dich auf das Wichtige.” Außerdem gibt es ja auch noch ein fortzusetzendes Online-Magazin und das ein oder andere Fotoprojekt was angegangen werden will. Aber wenn ich dann jeden Tag durch meinen Feedreader blättere und haufenweise Artikel lese, stellt sich mir oftmals die Frage was eigentlich gerade wirklich das Wichtigste ist. Jeden verdammten Tag platzt mir mindestens einmal der Kragen, aufgrund irgendwelcher Ungeheuerlichkeiten, die sich in dieser abgefuckten Realität abspielen. Das fickt meinen Kopf und kostet Energie, aber so ist das Leben. Hier ein Auszug der Dinge, die in den letzten Tagen mein Wutpotenzial ausschöpfen:

1. Paul-Josef Raue und Wolf Schneider veröffentlichen ein Buch zum Kotzen

Wer als Journalismusstudent solche Worte über den Chefredakteur der ThüringerAllgemeinen und den sogenannten “Papst der deutschen Sprache” verliert, wagt sich auf dünnes Eis – könnte man zumindest meinen. “Handbuch des Journalismus und des Onlinejournalismus” nennt sich das angebliche Standardwerk, mit dem junge Journalistenanwärter (wie ich) Nützliches für ihren zukünftigen Job lernen sollen – könnte man zumindest meinen. Allerdings strotzt dieses Buch vor schlechter Recherche, falschen Fakten und einem abartigen Stil. Die Autoren zeichnen ihr Bild von einer, aus ihrer Sicht typischen, Onlineredaktion, in der ahnungslose Vollidioten an uralten Computern sitzen und Texte, die es nicht in die Printausgabe geschafft haben, online stellen. Komplett lächerlich macht sich das Buch durch eine angebliche Aussage von Thomas Knüwer, bekennender Onliner und Blogger, der völlig falsch und aus dem Zusammenhang heraus zitiert wurde, und im Buch nun als Online-Basher dasteht. Wer sich detaillierter über den eklatanten Fehltritt unserer “Journalistenelite” informieren möchte, kann dies hier tun: “Schneider&Raue: Wenn Blinde über Farbe schreiben” von Christian Jakubetz

2. Nach SOPA und PIPA nun ACTA

Wer von ACTA noch nichts gehört hat, sollte sich darüber informieren, denn es handelt sich um ein multilaterales Abkommen mit der Piraterie im Internet vorgebeugt werden soll. Was genau daran problematisch ist, und warum man sich an den Protesten am kommenden Wochenende beteiligen sollte, bekommt ihr hier wunderbar erklärt:

AMYPINK: Das Internet ist schon wieder in Gefahr

SZ: “Keinem ist bewusst was ACTA bedeutet”

3. Dumm, dümmer, Ansgar Heveling (CDU)

Ansgar Heveling sitzt für die CDU/CSU-Fraktion im Bundestag und hat für das Handelsblatt einen Gastkommentar geschrieben. In dem Kommentar geht es um die “Netzgemeinde” und darum, dass die Entwicklungen in Sachen Internet und Web 2.0 bald der Vergangenheit angehören werden. Argumentiert wird eigentlich nicht wirklich. Es handelt sich vielmehr um eine Hetze gegen den Fortschritt aus der Hand eines Ewig-Gestrigen. Dadurch ist gestern ein Shitstorm losgebrochen, dem man als Twitter-User nicht entkommen konnte. Als ich den Artikel gelesen habe, wusste ich selbst nicht ob ich lachen oder weinen soll, aber eins wusste ich: Diese Partei ist und bleibt unwählbar. Wer den Artikel gelesen hat, sollte sich die Antwort von Thomas Knüwer auf keinen Fall entgehen lassen: “Zeitungsverleger, ihr werdet den Kampf verlieren!”

4. Antisemitismus im Alltag

Das, von mir sehr geschätzte, Online-Medium publikative.org hat einen Artikel veröffentlicht, in dem es um Antisemitismus im Alltag geht. Ein Artikel, in dem Phänomene beschrieben werden, die jeder von uns kennt, die sich auf jegliche Art von Alltagsrassismus beziehen lassen. Regt zum Nachdenken an!

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