Archiv für die Kategorie „gelesen.“

Christoph Schlingensief

Montag, 23. August 2010

✼ 24. Oktober 1960

✝  21. August 2010

“In der Nacht herrschen einfach ein anderer Sound und eine andere Energie. Spirituell gesprochen, gibt es weniger Schwingungen und weniger Theater, es ist ruhiger, das Telefon klingelt nicht. Und psychisch gesprochen fällt es mir leichter, meinen Gedanken freien Lauf zu lassen, wenn ich weiß, dass die Menschen um mich herum pennen. Es war immer ein sehr befreiender Augeblick, nachts zu realisieren: Endlich Ruhe, keiner um mich herum, ich kann loslegen.” Christoph Schlingensief

(Interview mit der Spex 2010)

Muriel Barbery – Die Eleganz des Igels

Dienstag, 3. August 2010

“Die Eleganz des Igels” von Muriel Barbery ist ab sofort mein neues Lieblingsbuch. Nie zuvor habe ich etwas faszinierenderes gelesen. Bei Amazon hätte ich es wohl nicht gekauft. Die Rezensionen sind sehr unterschiedlich. Viele sind begeistert, nahezu ebenso viele geben dem Buch nur ein oder zwei Sterne. Das ist verständlich. Das Buch ist sicherlich nicht für jeden etwas. Die Handlung ist nicht sonderlich spannend, es passiert überhaupt sehr wenig im gesamten Buch. Und doch habe ich es verschlungen. Vielen ist das Buch zu philosophisch, die Sprache zu gestelzt, zu hochgestochen und künstlich. Doch genau das ist es, was ich an dem Buch so wunderbar finde. Normalerweise bin ich kein Fan von verschlungener Sprache und langen Sätzen. Doch bei diesem Buch war es anders. Ich habe die teilweise wirklich nicht enden wollenden Sätze geliebt. Die Sprache lässt sich schlecht beschreiben. Ich fand sie einfach unglaublich schön, wobei das glaube ich noch untertrieben wäre. Noch nie habe ich in einem Buch Abschnitte mehrmals hintereinander gelesen, weil ich die Sprache noch nie so ausgefeilt, so präzise, so wundervoll formuliert fand wie in “Die Eleganz des Igels”. Es ist wirklich ein “a-ha-Erlebnis” gewesen. Da sich das alles so schwer in Worte fassen lässt, zitiere ich einfach eine der, meiner Meinung nach, schönsten Stellen im Buch. Ich halte sie auch für stellvertretend für die im gesamten Buch verwendete Sprache. Wer damit nichts anfangen kann, lässt die Finger von dem Buch, wen diese Sätze genau so bewegen wir mich (ja es hört sich wirklich komisch/bescheuert an aber es war so), der sollte es unbedingt lesen.

“Die Teezeremonie, diese präzise Erneuerung der gleichen Handgriffe und des gleichen genußvollen Kostens, dieser Zugang zu einfachen, authentischen und raffinierten Empfindungen, diese einem jedem gegebene Freiheit, für wenig Geld ein Aristokrat des Geschmacks zu werden – denn der Tee ist genauso das Getränk der Reichen wie das der Armen -. die Teezeremonie also hat die außergewöhnliche Macht, in die Absurdität unserer Leben eine Lichtung aus beschaulicher Harmonie zu zaubern. Ja, die Welt ist auf die Leere ausgerichtet, die verlorenen Seelen beweinen die Schönheit, die Bedeutungslosigkeit kreist uns ein. Trinken wir also eine Tasse Tee. Stille tritt ein, man hört den Wind draußen blasen, die Herbstblätter rascheln und fliegen davon, die Katze schläft in einem warmen Licht. Und in jedem Schluck verklärt sich die Zeit.”

Schon kitschig. Aber irgendwie Wahnsinn.

Photonews – Zeitung für Fotografie. 5 Sterne.

Samstag, 17. Juli 2010

Die Überschrift sagt im Prinzip schon genau aus, worum es in diesem Blogpost gehen soll. PHOTONEWS – Zeitung für Fotografie halte ich für das beste Print-Produkt zum Thema Fotografie. Die Gründe dafür sind meiner Meinung nach mehr als offensichtlich. Erstmal finde ich die Größe genial. Fast DIN A3 aber eben doch nicht ganz. So lässt sich wirklich mit Fotos arbeiten. Sie kommen ganz anders zur Geltung als in anderen Zeitschriften. Dabei bleibt das Magazin so dünn, dass man sie trotzdem in jede Tasche bekommt. Zur Not wird sie eben gerollt. Des weiteren kostet sie nur 3 Euro, was ich heutzutage für ein wahres Zeitschriftenschnäppchen halte. (Ok die Photonews bezeichnet sich zwar selbst als Zeitung aber durch das monatliche Erscheinen ists für mich eben doch eher eine Zeitschrift.)

Doch auch inhaltlich kann das Blatt absolut überzeugen. Es hebt sich durch einen Aspekt nämlich DEUTLICH von anderen Fotozeitschriften ab. Es geht um Fotos. Hääh ist doch normal denkt ihr? Nein ist es nicht denn in fast allen Zeitschriften (bis auf die Fotocommunity-Plus) geht es vor allem um Technik. Hier die neuen Kameras, da nochmal drei Tests, was ist billig, was ist teuer, was ist gut, was ist schlecht. Zubehör wie Stative, Software werden dem Kunden präsentiert. Doch was soll ich damit? Die Zeitschriften kommen mir oft wie Anzeigenblätter vor. Man will mir etwas verkaufen. Ich habe eine Kamera und ich habe ein Objektiv. Ist mein Hobby Fotografieren oder gehts mir darum ständig neuen Kram zu kaufen? Was soll ich mit den Infos über neue Kameras wenn ich eine hab und meine super funktioniert?

Ich suche vor allem neue Inspiration, Anregungen, Input. Ich schau mir gerne interessante Fotos an und interessiere mich auch für die Geschichten hinter den Fotos. Genau das bietet Photonews: Fotografien und ihre Geschichten. In der Titelstory der aktuellen Ausgabe geht es um die Diplom-Abschlussarbeit von Nadine Preis von der Fachhochschule Dortmund: “Alleine Vereint”. Neben weiteren Fotogeschichten wird über neue Bücher berichtet, aktuelle Ausstellungen, Wettbewerbe & Stipendien. Die kompletten Techniknews sind auf eine Seite zusammengestrichen und die Anzeigen integrieren sich in die Seiten als gehörten sie dazu – wenig aufdringlich das Ganze. Eine tolle “Zeitung für Fotografie” eben. 5 von 5 Sterne.

Spex schlägt Musikexpress.

Dienstag, 13. Juli 2010

An dieser Stelle möchte ich die Zeitschriften Spex und Musikexpress vergleichen. Man könnte mir vorwerfen, dass man die beiden Zeitschriften überhaupt nicht vergleichen könne. Spex komme schließlich nur alle zwei Monate heraus, Musikexpress monatlich, die Zielgruppe sei auch nicht die gleiche,…

Ich werde den Vergleich trotzdem anstellen. Ich glaube, dass die Zielgruppen sich vielleicht nicht zu hundert Prozent decken, aber es doch große Überschneidungen gibt. Außerdem bezeichnet Wikipedia beide Blätter als „Musikzeitschriften“, was doch auf gewisse Gemeinsamkeiten hindeuten könnte.

Ich würde mich übrigens als unvoreingenommen bezeichnen, was daran liegt, dass ich beide Zeitschriften nun zum ersten Mal lese.
(weiterlesen…)

Ein Herz für Blogs #3

Montag, 24. Mai 2010

Hier also meine persönliche Blogroll. Vor einer Woche erstellt und heute veröffentlicht. (Die Reihenfolge hat keine Bedeutung):

  • wirres.net (Fachblog für Irrelevanz)
  • Fairbloggt (Ich fasse es mal zusammen unter: Neuigkeiten aus Yannicks Leben)
  • bekleidet (Fashionblog. Einfach mal abonniert und irgendwie lustig)

Edit: Ich sehe gerade das “bekleidet” nicht nur von mir verlinkt wurde. Herzlichen Glückwunsch dann mal an dieser Stelle.

Ein Herz für Blogs

Mittwoch, 19. Mai 2010

Ein Herz für Blogs ist eine Aktion, die im letzten Jahr ins Leben gerufen worden ist. Initiator war Kai von stylespion.de. Es geht bei dabei darum, dass die mitmachenden Blogger, eine Liste auf ihrem Blog veröffentlichen, in der sie alle Blogs verlinken, die sie lesen. Die Aktion war zweimal erfolgreich, wurde dann allerdings eingestampft. Marcel Wichmann von UARRR.org hat diese Aktion nun wieder ins Leben gerufen. Der Tag an dem die Listen veröffentlicht werden sollen ist der 25.05.2010. Ein wie ich finde sehr guter Beitrag zur wichtigen Vernetzung von Blogs. Also macht mit Leute.

Mittwoch, 5. Mai 2010


eigentlich müsste ich jetzt für meine morgige klausur in kommunikationswissenschaften lernen. das schiebe ich allerdings schon seit geraumer zeit erfolgreich vor mir her. in anderen worten: ich prokrastiniere.

genau um dieses thema der prokrastination geht es auch in dem oben abgebildetem buch von sascha lobo und kathrin passig . jeder der probleme damit hat, dinge vor sich herzuschieben, sollte es lesen (das betrifft mindestens 99% aller studenten). auf sehr unterhaltsame weise werden in diesem buch wissenschaftliche erkenntnisse zum thema prokrastination, (ja das wort gibt es wirklich,) mit anekdoten aus dem wahren leben verbunden. es geht vor allem auch um die oftmals nicht vorhandenen sanktionen von prokrastination. d.h. oft ist es gar nicht schlimm sachen auch mal nicht zu tun. natürlich werden auch ratsame tipps gegeben, um mit dem phänomen besser umgehen zu können. dabei wird versucht von dem üblichen lebensratgebereinerlei (z.b. to-do listen) abzusehen. so kann es z. b. nützlich sein mit einer anderen prokrastinierenden person die aufgaben zu tauschen. die dinge anderer leute werden nämlich lieber und schneller erledigt als die eigenen.

das entscheidende ist: das buch verleitet den leser nicht dazu sein leben umzukrempeln und versucht es auch gar nicht. der leser bekommt vielmehr eine positivere sichtweise auf seinen bisherigen lebensstil. insgesamt sehr lesenswert.

die griechen diese penner

Sonntag, 2. Mai 2010

folgender kleiner beitrag aus der frankfurter allgemeinen sonntagszeitung hat mir heute schon den morgen versüßt:

“derweil sagte der in der schweiz “tätige”, griechischstämmige party-veranstalter stelios sterkoudis auf die frage, ob er denn “verstehe”, dass deutschland mit der milliarden-hilfe zögere: “ich verstehe, dass die denken: wieso sollen wir diesen pennern helfen.”

einfach köstlich der herr sterkoudis, findet ihr nicht auch?

killerspieldebatte in der schweiz

Dienstag, 23. März 2010

in der schweiz werden “killerspiele” zur zeit wieder heiß diskutiert. die zeit schrieb veröffentlichte dazu einen artikel auf ihrer homepage. in den kommentaren fand ich einen sehr überspitzten, aber meiner meinung nach großartigen kommentar, den ich an dieser stelle mal verlinken möchte.

“7. Wann endlich wird Killerliteratur verboten?