Archiv für die Kategorie „direktausdemleben.“

Ich ließ mich waterboarden.

Montag, 10. Dezember 2012

Ich komme in das Studio direkt am Checkpoint Charlie und betrete den zirka 300 Quadratmeter großen, spartanisch eingerichteten Raum. Direkt werde ich gefragt ob ich mitmachen möchte. Ich gebe also meine Jacke und meinen Rucksack ab und schaue mir die vor mir liegende, auszfüllende Vollmacht an:

Blablabla – Adresse – Blablabla – eigene Gefahr – blabla – Unterschrift.

Ich schlürfe genüsslich an meiner Cola, während jemand von zwei vermummten Typen zur neonfarbenen Bahre geführt wird. Er legt sich hin, wird  gefesselt, bekommt ein Handtuch über den Kopf und einer der Vermummten, beginnt aus einer Plastikflasche Wasser über Mund und Nase des Freiwilligen zu schütten, während der andere den Kopf festhält. Nur wenige Sekunden vergehen und der junge Mann auf der Bahre reißt mit aller Kraft seinen Kopf hoch. Es ist vorbei. Mh. So für mich als Außenstehenden sah das jetzt völlig unspektakulär aus.

Also selbst nach vorn, die Vollmacht ist längst ausgefüllt. “Wenn du auf die Bahre klopfst, hören wir auf. Kann es losgehen?” Kann losgehen. Ich werde komplett auf der Bahre gefesselt, Bewegung unmöglich. Ich lache noch, werde daraufhin beschimpft: “Du bist nicht zum Spaß hier du beschissener Penner.” Ich weiß, dass die beiden ihren Hass nur spielen. Trotzdem vergeht mir ein wenig das Lachen, sind es ja dennoch Fremde, denen ich mich hier gerade gefesselt anvertraue. Von einer Sekunde auf die andere wird mein Kopf auf die Bahre gedrückt und ich bekomme ein Handtuch über das Gesicht gepresst. Was kann schon passieren? Ich bin gut im Luftanhalten, werde das bestimmt am Anfang locker aushalten. Ich hatte keine Ahnung. Es geht los, ich merke wie das Handtuch nass wird. Das Tuch ist schließlich komplett durchgenässt und das Wasser gelangt langsam aber sicher direkt auf mein Gesicht. Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht mehr wie genau es dazu kommt, aber ich verschlucke mich (wahrscheinlich aufgrund der Tropfen in meiner Nase) und muss auf einmal atmen, aufgrund des nassen Tuchs ist das aber nicht richtig möglich. Ich bekomme Panik, verschlucke Wasser, denke noch für den Bruchteil einer Sekunde, dass mir nichts passieren kann, doch dann überrennt mich die Angst, Todesangst, ich habe das Gefühl zu ertrinken und klopfe so heftig wie ich kann auf die Holzbahre. Es ist vorbei. Ich muss noch husten, habe mich doch heftig verschluckt. Ich bleibe noch ein paar Sekunden sitzen, huste mich aus und stehe auf. Danach werde ich in den Arm genommen, alle sind herzlich, man fragt mich wie es war, wie ich mich gefühlt habe. Ich weiß nicht was ich sagen soll, also schweig ich. Und gehe.

Waterboarding, so hört man immer wieder, war die Lieblingsfoltermethode von George W. Bush, um eventuelle Terroristen in Guantanamo zum Reden zu bringen – extrem wirkungsvoll, ohne bleibende Spuren. Laut Wikipedia bricht der Widerstand der Opfer meist nach weniger als einer Minute. Hier in Berlin gab es nun eine Installation des iranischen Künstlers Iman Rezai. “Die performative Postmoderne – Illusion H2O” hieß das Projekt, bei dem es um nichts anderes als Waterboarding ging. In dem Studio am Checkpoint Charlie konnte man am eigenen Körper erfahren, wie sich das “simulierte Ertrinken” anfühlt. Iman wollte den Besuchern die Chance geben, sich selbst von der Grausamkeit der Methode zu überzeugen. Ein Klopfzeichen war das Signal zum Stopp. Wie Jan Pfaff vom Freitag an anderer Stelle schon richtig erkannt hat, wäre es dennoch vermessen in diesem Kontext von wirklicher Folter zu sprechen. Auch meiner Meinung nach fängt Folter erst an, wenn der Zeitpunkt des Aufhörenwollens überschritten ist. Und doch lässt diese Selbsterfahrung keinen Zweifel: Waterboarding als Verhörmethode ist Folter.

Wer wissen möchte was Waterboarding überhaupt ist klickt hier.

Wohnort Bielefeld adé…

Dienstag, 30. Oktober 2012

Ich kann keine Worte finden für die letzten knapp 1,5 Jahre in dieser Stadt,
habe so viele Menschen in mein Herz geschlossen,
so viel erlebt.
Es ging drunter und drüber,
meistens drüber.
Überholspur, Blinker links.
Ich gehe und werde doch bleiben.
In Liebe.

Kopf freigemalt

Freitag, 2. März 2012

Hab noch nie gemalt. Aber macht Spaß muss ich sagen.

Heeee es war so schön.

Montag, 2. Januar 2012

Nach diesem Abend kommen wir alle in die Hölle. Aber es war so schön.

Überfressen

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Ich komme gerade aus einem mongolischen Restaurant und kann mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte mal derart vollgefuttert war. Ich bin so unglaublich satt. So satt, dass ich schon fast verdrängt hab, wie lecker das Essen eigentlich war. Kenn ihr das? Wenn man sich wünscht nur ein bisschen weniger gegessen zu haben? Vielleicht hätte ich das Tiramisù weglassen sollen. Zu spät. Gut, dass der menschliche Magen zumindest ungefähr das ganze Essen auf einmal in Angriff nimmt. Ich stellte mir nämlich gerade vor was wäre, wenn der Magen zuerst nur den unteren Mageninhalt verdauen würde, und sich dann langsam noch oben hocharbeiten würde. Da ich gerade enorm viel Wasser zu mir genommen habe, hieße das, das Fett würde oben schwimmen und der schlimmste Teil des Verdauungsprozesses im Magen würde mir noch bevorstehen. Auf was für Ideen man kommt, wenn man sich nicht mehr bewegen kann, weil zu voll…

Fotografie: Kapitel II

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Licht ist da. Sunbounce ist da. Morgen gehts los. Fotoshooting für SIMON&ME. Verdammt ich freu mich!

Leises Rauschen 4. Streich

Mittwoch, 24. August 2011


Es bleibt mir nicht viel mehr als DANKE zu sagen, danke den Veranstaltern für dieses Fest voll netter Menschen und elektronischer Musik. Es bleibt natürlich ein trüber Nachgeschmack, wenn man bedenkt wie viel geklaut wurde und welche Verluste von Seiten der Mitwirkenden zu beklagen waren.
Wer sich auf einem Foto findet darf es behalten. Wer sich über hässliche Fotos beschweren will, kann das bei mir zumindest mal probieren. Fotos in größer gibts übrigens auch bei mir.

Take it or leave it!

Freitag, 19. August 2011

Medientheorie gelernt. In der Heimat gefeiert. Letzte Klausur geschrieben. Kaputte Schuhe ersetzt. Wand gestrichen. Beim VWL lernen geholfen. Jana² in Bielefeld willkommen geheißen. Zwei neue CDs in Besitz genommen. Das erste Mal im Movie gewesen. Immer mal wieder eine kleine Dancing-Session mit Inga und Hanna. Ingas Geburtstag. Arbeiten. Und Steff im Flur fotografiert. Die letzten Tage in kurzen Sätzen. That’s it. Sonntag Leises Rauschen, take it or leave it.

Gut, dass Jet den Good-Old-Rock-Shit weiterleben lässt:

Viel zu viel Energie derzeit. Der Freitagspapagei auf meiner Schulter krächzt schon: “Mehr Musik, mehr Tanzen, es ist Wochenende, komm ausm Arsch.”

Produktivität zum Quadrat

Dienstag, 9. August 2011

Jana und ich haben uns für heute Abend zusammengetan um produktiv zu sein. Um zusammen produktiver zu sein als allein. 1+1=3 quasi. Als wenn man den Mist, der unseren beiden Hirnen entströmt zusammenkippen könnte und dabei automatisch was “Überraaaaaaagendes” (Zitat Jana) rauskommt. Was Pizza angeht hat es jedenfalls geklappt: Einmal 40cm statt zweimal 28cm.

Leises Rauschen 3. Streich

Montag, 8. August 2011

Der Abschluss eines phänomenalen Wochenendes. Techno. Sonne. Draußen tanzen. Besser gehts nicht. Leute es war der Wahnsinn. Ganz unten gibts noch ein Video von Robert Tilch auf dem unser schöner Seilsprungwettbewerb kurz zu sehen ist. Yeah.

Leises Rauschen from R.T. on Vimeo.

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